Bondage, mehr als nur ein Fesselspiel

Bondage, mehr als nur ein Fesselspiel
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Was ist Bondage?

Bei dieser erotischen Technik geht es um sexuelle Fesselspiele im Bereich BDSM. Die Bezeichnung Bondage stammt aus der englischen Sprache und bedeutet frei übersetzt Knechtschaft oder Unfreiheit. Zur sexuellen Stimulation werden Praktiken zur Fesselung und Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten durchgeführt. Da diese Fessel- und Rollenspiele zu den sadistisch-masochistischen Praktiken (BDMS) gezählt werden, wird für den Zeitraum dieser speziellen erotischen Handlung die partnerschaftliche Gleichberechtigung aufgehoben.

Derjenige, der die Fesselung durchführt, übernimmt die Herrschaft über denjenigen, der sich fesseln lässt. Letzterer gibt für einen vorher einvernehmlich vereinbarten Zeitraum die Kontrolle an den aktiv handelnden Partner ab. Bondage wird sowohl von heterosexuellen Menschen als auch von homosexuellen Menschen lustvoll erlebt. Bondage kann zu zweit oder mit mehreren Personen durchgeführt werden.
 

Wie funktioniert Bondage?

Bei der Bondage sind sexuelle Bereicherung und Erotik ebenso bedeutend wie gesteigerte Empfindsamkeit und starke Konzentration. Für die Fesselspiele werden Hilfsmittel benötigt. Darunter fallen softe Fesselutensilien wie beispielsweise Handschellen für die Fixierungen der Hände, Lederbänder, Schals oder Seile etc. zur Einschnürung beispielsweise von Füßen und Taille oder extreme Ganzkörperfesselungen mit festen Seilen und Ketten. Diese können beispielsweise im Bett, auf einem Stuhl, auf einem speziellen Bock oder an der Wand praktiziert werden. Mundknebel, Augenbinden oder Masken erhöhen den Reiz einer erotischen Fesselung. Der Zweck ist auf jeden Fall, die Bewegungsfreiheit des Gefesselten einzuschränken, was beiden sexuellen Akteuren eine hohe Stimulation bescheren kann. Da diese Sexualpraktik der beiderseitigen Luststeigerung dient und völlig einvernehmlich geschieht, ist diese Fesselung rechtlich unbedenklich und fällt unter den Begriff der sexuellen Selbstbestimmung.
 

Was ist der Reiz an Bondage?

Der große Reiz steckt im Rollenspiel der Fesselungen. Der eine Partner übergibt völlig die Kontrolle seinem Meister oder seiner Meisterin. Der aktiv fesselnde Partner dominiert und gibt vor, wie und auf welche Art die Fesselung durchgeführt wird. Der unterwürfige Partner genießt die völlige Hingabe und den Kontrollverlust. Unbequeme und unterwürfige Positionen oder Schmerz können ein stark befreiendes sexuelles Gefühl auslösen. Der aktive Partner lebt bei den Fesselspielen seine dominante Position voll aus. Der andere Partner empfindet Lust in seiner passiven Rolle. Er kann sich während der Aktivitäten völlig auf seinen Körper und seine Empfindungen konzentrieren. Der dominante Partner verspürt starke Lust dabei, den devoten Partner einzuengen oder zu knechten und kommt hierbei voll in Fahrt und auf seine Kosten. Bondage kann mit oder ohne sexuelle Handlungen praktiziert werden. Bondage kann außerdem zur Vorbereitung eines sexuellen Rollenspieles angewendet werden oder sexuelle Handlungen beinhalten.
 

Bondagetechniken

- das Zusammenbinden von verschiedenen Körperteilen, mit Spangen, Handschellen, Lederbändern oder Seilen, Gürteln oder Schals gehört zu den meist praktiziertesten Fesselspielen. Sie sind leicht und überall durchzuführen. Hierbei wird der Körper des willenlosen Partners in die Position gebracht, die der Fesselnde vorgibt. Hand- und Fußgelenke können mit Handschellen oder Riemen auf dem Rücken oder an Gegenständen fixiert werden.

Bondage, Knechtschaft und Unterwerfung- Die spezielle Seilbondage unterscheidet sich noch einmal durch verschiedene Techniken. Zum einen werden bei der Wickelbondage einige Körperteile oder der gesamte Körper mit einem Seil umwickelt. Hingegen wird bei der Weaving-Bondage (kommt von Weben) eine kompliziertere Technik angewendet. Im Zick-Zack wird das Seil um den Körper des passiven Partners gewunden und später mit einem zweiten Seil verwoben, was insbesondere einen ästhetischen Effekt erzeugen kann. Wer die Doppelseiltechnik beherrscht, kann mit einem doppelt genommenen Seil viele phantasievolle Windungen bilden. Die normale Einseiltechnik dient eher dazu, zweckgebunden verschiedene Körperteile zu fixieren. Diese Technik wird von Anfängern bevorzugt, da diese weniger risikoreich in der Anwendung ist.

- das strenge Festbinden an bestimmte Gegenstände ist bei der Bondage besonders beliebt. Beispielsweise wird der Körper auf einer Streckbank auf dem Bauch oder Rücken liegend gefesselt. Spezielle Böcke zwingen den devoten Partner in eine unterwürfige Haltung. Der dominante Partner fixiert diesen nach Lust und Laune. An einem lebensgroßen Andreaskreuz, das in jedem Raum angebracht werden kann, wird der Körper entweder auf dem Rücken oder auf der Brust angebunden. Eine Spreizstange, die an den Knöcheln angebracht werden kann verhindert, dass die Beine zusammengebracht werden können.

- Fortgeschrittene Liebhaber der Bondagetechnik bevorzugen die Hängebondage, auch Suspensionsbondage genannt. Hierbei werden Körperteile auf unterschiedlichste Weise zusammengebunden. Die gefesselte Person wird auf verschiedene Art und Weisen aufgehängt und muss in dieser Position längere Zeit verharren.

- Eine besondere Spielart der Bondage ist die extreme Einengung des Körpers. Die Bewegungseinschränkung kann beispielhaft durch einen Fesselrock, einen Humbler oder ein Korsett hervorgerufen werden. Das Einschnüren bereitet dem Fesselnden wie dem devoten Partner große Lust. Aber auch das Einwickeln mit Klebeband, Folien, Gipsbinden und Stoffbändern gehört zu den Variationen einer gekonnten Bondagetechnik. Manche Partner benutzen einen speziellen Fesselsack, einen Käfig oder ein Vakuumbett, um höchste Stimulation zu erreichen.
 

Materialien und Mittel

Im Prinzip kann jedes Material verwendet werden wie zum Beispiel Gürtel, Schals, Schlafmasken, Seile, Lederriemen, die jeder greifbar hat. Dennoch benutzen die Liebhaber der Bondagepraxis besondere Materialien und Hilfsmittel, um die Bondage zu verfeinern und den erotischen Stimulationseffekt zu steigern.

Ketten und Seile sind die beliebtesten Fesselmittel für eine anregende Bondage. Bei den Seilen werden meistens Hanf- und Juteseile verwendet, aber auch Kunststoffseile können zum Einsatz gelangen. Bei Hanf- und Juteseilen muss man aufpassen, dass es durch Abscheuern nicht zu größeren Verletzungen kommt. Bei Nylonseilen ist Vorsicht geboten. Hier kann es schnell zu Abschnürungen kommen.

Holz und Metall sind bei der Bondagetechnik begehrte Utensilien. In diesem Bereich ist das Angebot vielfältig. Andreaskreuze, Streckbänke, Pranger oder Galgen gehören zur Standardausstattung fortgeschrittener Bondagespezialisten. Meist aus Edelstahl sind die Hand- und Fußschellen, Daumenschellen, Ketten, Schlösser oder Spreizstangen gefertigt. Sehr reizvoll wird das Rasseln der Ketten oder das Klicken der Schlösser bei diesen Fesselspielen empfunden.

Latex, Lack und Leder gehören zu den beliebten Materialien, um die Sexpraktiken der Bondagetechnik zu verfeinern. Manschetten, Halsbänder oder Gurte sind in der Ledervariante einfach zu handhaben, strapazierbar und reißfest. Mit Lack und Latex kann man sehr bizarre Einengungstechniken wie eine komplette „Mumifizierung“ durchführen. Latex, Lack oder Leder fallen auch unter den Begriff der „Fetisch“ und wirken auf manche Menschen äußerst erotisierend und stimulierend. Durch enganliegendes Latex werden die Berührungen des Körpers sehr intensiv wahrgenommen.

Augenbinden, Masken und Knebel erhöhen den Reiz einer Bondage. Ball- oder Ringknebel werden dem Gefesselten in den Mund geschoben. Vulva- und Penisknebel erhöhen die erotisierende Wirkung der Bondagepraxis. Die Knebeltechnik vergrößert das Gefühl der hilflosen Hingabe um ein erhebliches Maß und erzeugen bei vielen Menschen eine genussvolle Stimulation. Masken und Augenbinden ermöglichen dem aktiven als auch dem passiven Partner noch lustvoller und intensiver seine Körperempfindungen wahrzunehmen.
 

Thema: Sicherheit und Spielregeln beim Bondage

Sicherheit, Zurechnungsfähigkeit und Einvernehmlichkeit sind die obersten Gebote für Praxis dieser SM-Praxis. Da die Bondage gewisse Sicherheitsrisiken birgt, sollte vorher präzise abgesprochen werden, welche Praktiken angewendet werden sollen. Exakte Vorstellungen der Bondage, besondere Wünsche sowie Grenzen müssen unbedingt vor deren Praxis kommuniziert werden. Der aktive und der passive Partner sollten volles Vertrauen zueinander haben können. Denn das ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgversprechende und erfüllte Bondage. Für den Fall, dass es dem devoten Partner zu viel wird oder er es nicht aushalten möchte, sollte vorher unbedingt ein Zeichen oder ein Codewort vereinbart werden, welches es ermöglicht, dass die Aktion sofort abgebrochen oder verändert werden kann. Für den Fall, dass Hautabschürfungen oder gesundheitsschädigende Abschnürungen passieren oder die Bondage abgebrochen werden muss, sollte eine Schere immer greifbar sein.

 

 


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